Gesund reisen – wie Sie Ihren Darm im Urlaub schützen
- MagenDarm Schweiz
- vor 16 Stunden
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Die Sommermonate sind für viele die schönste Zeit des Jahres. Reisen, neue Kulturen, andere Essgewohnheiten und ein entspannter Alltag gehören dazu. Gleichzeitig ist genau diese Kombination eine Herausforderung für den Magen-Darm-Trakt. Viele Patientinnen und Patienten berichten gerade im Urlaub von Beschwerden wie Durchfall, Bauchkrämpfen, Übelkeit oder Völlegefühl.
Besonders häufig tritt der sogenannte Reisedurchfall auf. Je nach Reiseziel sind bis zu 30–50 % der Reisenden betroffen. Auch wenn die Beschwerden in den meisten Fällen harmlos verlaufen, können sie den Urlaub erheblich beeinträchtigen.
Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Wissen und einfachen Massnahmen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren. Dieser Beitrag zeigt Ihnen, wie Ihr Darm auf Reisen reagiert, worauf Sie achten sollten und welche Strategien sich im Alltag bewährt haben.

Sommer, Sonne – und plötzlich Magen-Darm-Beschwerden?
Neue Speisen, andere Hygienestandards und hohe Temperaturen können den Magen-Darm-Trakt auf Reisen belasten. Reisedurchfall gehört weltweit zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen im Urlaub und betrifft je nach Reiseziel einen erheblichen Teil der Reisenden.
Mit einer guten Vorbereitung und einfachen Vorsichtsmassnahmen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren.
Warum Verdauungsbeschwerden auf Reisen häufiger auftreten
Auf Reisen ändern sich oft Ernährung, Tagesrhythmus und Umgebung gleichzeitig. Hinzu kommen mögliche Krankheitserreger in Lebensmitteln oder Trinkwasser. Besonders in Regionen mit niedrigeren Hygienestandards steigt das Risiko für Magen-Darm-Infektionen.
Neben infektiösen Ursachen können auch ungewohnte Speisen, grössere Mahlzeiten oder ein erhöhter Alkoholkonsum vorübergehend zu Verdauungsbeschwerden führen.
Vor der Reise: Informieren statt improvisieren
Wie streng Hygieneregeln eingehalten werden sollten, hängt wesentlich vom Reiseziel ab. Während Leitungswasser in vielen Ländern bedenkenlos getrunken werden kann, besteht in anderen Regionen ein relevantes Risiko für Infektionen.
Deshalb empfiehlt es sich, bereits vor Reiseantritt Informationen zur Trinkwasserqualität und zur medizinischen Versorgung am Zielort einzuholen. Verlässliche Informationen bieten reisemedizinische Beratungsstellen, Hausärztinnen und Hausärzte mit reisemedizinischer Erfahrung sowie offizielle Reise- und Gesundheitsempfehlungen der Behörden.
Auch die medizinische Versorgung am Reiseziel sollte Teil der Reiseplanung sein. Insbesondere bei Fernreisen oder Aufenthalten in abgelegenen Regionen lohnt es sich, sich vorab über medizinische Einrichtungen, die Notfallversorgung und den Versicherungsschutz zu informieren.

Reisedurchfall: Ursachen und Symptome
Die häufigste Ursache von Reisedurchfall sind Bakterien, die über verunreinigte Lebensmittel oder Wasser aufgenommen werden. Seltener sind Viren oder Parasiten verantwortlich.
Typische Beschwerden sind:
häufiger wässriger Stuhlgang
Bauchkrämpfe
Übelkeit
allgemeines Krankheitsgefühl
gelegentlich leichtes Fieber
Die Beschwerden beginnen meist plötzlich und klingen häufig innerhalb weniger Tage von selbst ab.
So können Sie vorbeugen
Die Empfehlungen zur Vorbeugung hängen vom individuellen Reiserisiko ab. In Ländern mit guter Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene sind meist keine besonderen Einschränkungen erforderlich. In Regionen mit erhöhtem Risiko gelten dagegen strengere Vorsichtsmassnahmen.
Eine bewährte Regel lautet:
„Cook it, peel it or leave it.“
Bevorzugen Sie gut durchgegarte Speisen und Obst, das Sie selbst schälen können. Wenn die Wasserqualität unklar ist, sollten zudem rohe Lebensmittel, ungewaschene Salate und Eiswürfel vermieden werden.
Zusätzlich empfiehlt sich:
regelmässiges Händewaschen oder Händedesinfektion
nur sicheres Trinkwasser verwenden
beim Zähneputzen gegebenenfalls abgefülltes Wasser nutzen
Speisen bevorzugen, die frisch zubereitet und ausreichend erhitzt wurden
Ausreichend trinken
Durch Hitze, Schwitzen und Durchfall kann der Körper rasch Flüssigkeit verlieren. Die wichtigste Massnahme bei akutem Reisedurchfall ist daher eine ausreichende Rehydratation.
Geeignet sind:
Wasser
ungesüsste Tees
orale Rehydratations- bzw. Elektrolytlösungen
Letztere helfen, Flüssigkeit und Mineralstoffe zu ersetzen und den Flüssigkeitshaushalt zu stabilisieren.
Was gehört in die Reiseapotheke?
Die Reiseapotheke sollte an Reiseziel, Reisedauer und individuelle Risikofaktoren angepasst werden.
Sinnvoll sind insbesondere:
orale Rehydratations- bzw. Elektrolytlösungen
regelmässig benötigte persönliche Medikamente
gegebenenfalls ein ärztlich verordnetes Reserveantibiotikum für bestimmte Reiseziele
Für Reisen in abgelegene Regionen oder Länder mit eingeschränktem Zugang zu medizinischer Versorgung kann eine antibiotische Notfallmedikation sinnvoll sein. Die Auswahl sollte jedoch immer im Rahmen einer hausärztlichen oder reisemedizinischen Beratung erfolgen.
Probiotika werden teilweise zur Vorbeugung oder Unterstützung eingesetzt. Die wissenschaftliche Evidenz ist jedoch uneinheitlich, weshalb sie andere Schutzmassnahmen nicht ersetzen.
Wann sollte ärztliche Hilfe gesucht werden?
Eine medizinische Abklärung ist ratsam bei:
hohem Fieber
Blut im Stuhl
starken Kreislaufbeschwerden
Zeichen einer Dehydratation
schweren oder länger anhaltenden Beschwerden
Besondere Vorsicht gilt für ältere Menschen, kleine Kinder, Schwangere sowie Personen mit chronischen Erkrankungen oder geschwächtem Immunsystem.
Häufige Fragen
Wie lange dauert Reisedurchfall?
In den meisten Fällen bessern sich die Beschwerden innerhalb von zwei bis fünf Tagen.
Was hilft bei akutem Durchfall?
Ausreichend trinken, Elektrolyte zuführen und körperliche Schonung sind die wichtigsten Massnahmen.
Darf ich im Ausland Leitungswasser trinken?
Das hängt vom Reiseland und teilweise auch von der jeweiligen Region ab. Informieren Sie sich vor der Reise über die lokale Trinkwasserqualität. Wenn Unsicherheit besteht, sollte abgefülltes oder entsprechend aufbereitetes Wasser verwendet werden.
Sind Probiotika auf Reisen sinnvoll?
Sie können unterstützend eingesetzt werden, ihr Nutzen ist jedoch nicht für alle Reisenden eindeutig belegt.
Reisedurchfall lässt sich nicht immer vermeiden, das Risiko kann jedoch durch gute Vorbereitung deutlich reduziert werden. Entscheidend sind die Einschätzung des individuellen Reiserisikos, Informationen zur Wasser- und Lebensmittelhygiene sowie eine passende Reiseapotheke. Wer vorbereitet reist und Warnzeichen kennt, kann die meisten Magen-Darm-Probleme rasch erkennen und angemessen behandeln.




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