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Sodbrennen, Reflux oder Gastritis? Was wirklich dahintersteckt

  • Autorenbild: Dr. med. Julia Pilz, MD (ECFMG)
    Dr. med. Julia Pilz, MD (ECFMG)
  • vor 8 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Sodbrennen gehört zu den häufigsten Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. Viele Betroffene beschreiben ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein, saures Aufstossen oder ein unangenehmes Druckgefühl im Oberbauch. Gleichzeitig wird häufig von „Magenschmerzen“ gesprochen obwohl die Ursache nicht immer im Magen selbst liegt.

Genau hier liegt die Herausforderung: Beschwerden wie Reflux und Gastritis werden oft verwechselt, obwohl sie unterschiedliche Ursachen und Behandlungen haben. Während beim Reflux Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt, handelt es sich bei der Gastritis um eine Entzündung der Magenschleimhaut.

Dieser Beitrag zeigt Ihnen verständlich, worin die Unterschiede liegen, welche Auslöser typisch sind und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.


Person hält Bauch vor Schmerz, trägt rosa Top, Hintergrund hellgrün. Hände drücken Bauch, Gesicht nicht sichtbar.


Reflux - wenn Magensäure nach oben steigt

Beim Reflux gelangt Magensäure aus dem Magen zurück in die Speiseröhre. Die Schleimhaut der Speiseröhre ist empfindlicher als die des Magens und reagiert daher mit einem brennenden Schmerz.

Typisch für Reflux ist ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein, häufig nach dem Essen oder im Liegen. Auch saures Aufstossen oder ein Druckgefühl können auftreten.

Auslöser sind häufig:

  •  grosse Mahlzeiten

  •  fettiges oder stark gewürztes Essen

  •  Alkohol und Kaffee

  •  spätes Essen am Abend

  •  Stress

Reflux ist weit verbreitet und meist gut behandelbar – vor allem durch Anpassungen im Alltag.


Gastritis - Entzündung der Magenschleimhaut

Im Gegensatz dazu liegt bei der Gastritis eine Entzündung direkt im Magen vor.

Hierbei ist der Begriff Gastritis eine REIN histologische Diagnose, d.h. wird durch den Facharzt für Pathologie (an welchen wir unsere Probeentnahmen bei der Magenspiegelung schicken) gestellt.

 Die Beschwerden fühlen sich anders an: eher als dumpfer Druck oder Schmerz im Oberbauch, oft verbunden mit Übelkeit oder Appetitlosigkeit.

Die Ursachen sind vielfältig:

  •  Stress

  •  Medikamente (z. B. Schmerzmittel)

  •  bakterielle Infektionen

  •  Alkohol

  •  unregelmässige Ernährung


Entgegen der früher weit verbreiteten Meinung (welche auch durch uns Ärzte vertreten wurde) verursacht «normaler» Stress keine Magenschleimhautentzündung. Er kann aber Beschwerden, welche einer Magenschleimhautentzündung ähneln, verursachen und eine Magenschleimhautentzündung kann sicher auch durch Stress verstärkt werden.

 

Eine Magenschleimhautentzündung wird nur durch Überlebensstress (z. B. ein hochkranker Mensch auf der Intensivstation) ausgelöst. Um dies zu verhindern, werden in solchen Situationen vorbeugend Magenschleimhautschutzmittel gegeben.


Während Reflux mechanisch bedingt ist, handelt es sich bei der Gastritis um eine entzündliche Reaktion der Schleimhaut.


Warum Reflux und Gastritis häufig verwechselt werden

Beide Erkrankungen betreffen den oberen Verdauungstrakt und treten oft nach dem Essen auf. Viele Betroffene können die Beschwerden nicht eindeutig zuordnen, da sich die Symptome überschneiden.

Der entscheidende Unterschied liegt im Ort des Schmerzes:

  •  Reflux: eher hinter dem Brustbein

  •  Gastritis: eher im Oberbauch

Diese Unterscheidung ist wichtig, da die Behandlung unterschiedlich ist.


Ernährung & Alltag – was Ihrem Magen hilft

Unabhängig von der Ursache gibt es einige grundlegende Massnahmen, die den Magen entlasten:

Eine ruhige, regelmässige Ernährung mit kleineren Mahlzeiten hilft dem Verdauungssystem, stabil zu arbeiten. Leicht verdauliche Speisen wie gekochtes Gemüse, Reis, Kartoffeln oder milde Gerichte sind meist besser verträglich.

Reizstoffe wie Alkohol, Kaffee, fettige Speisen oder stark gewürzte Mahlzeiten können Beschwerden verstärken und sollten – zumindest vorübergehend – reduziert werden.

Auch das Essverhalten spielt eine Rolle: langsames Essen, gründliches Kauen und eine aufrechte Haltung nach den Mahlzeiten unterstützen die Verdauung deutlich.


Wann sollte man zum Arzt?

Nicht jedes Sodbrennen ist gefährlich. Eine Abklärung ist jedoch sinnvoll, wenn:

 ⚠ Beschwerden regelmässig auftreten

 ⚠ Medikamente keine Besserung bringen

 ⚠ Schmerzen zunehmen

 ⚠ Schluckbeschwerden auftreten


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Was ist der Unterschied zwischen Reflux und Gastritis?

Dabei lagert sich Fett in der Leber ein, ohne dass Alkohol die Ursache ist. Häufige Auslöser sind Übergewicht, Bewegungsmangel und ungünstige Ernährung.

Was hilft schnell gegen Sodbrennen?

Kleine Mahlzeiten, aufrechte Haltung und Verzicht auf Auslöser.

Kann Stress Magenprobleme auslösen?

Ja, sowohl Reflux als auch Gastritis können dadurch verstärkt werden.


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